Politik zum Abgewöhnen

Am 25. Januar brach der Jahrgang 9 des Corvinianum zum Landtag Hannover auf. Sie erlebten eine sehr lebhafte Fragestunde des Landtages mit zahlreichen Zwischen- und Ordnungsrufen und einer Politikerin, die Fragen eher ausgewichen ist. Ein Bericht von Teresa Wolff, 9b:

Wir durften eine Fragestunde beobachten, in der es zunächst um Folgendes ging: Welche Konsequenzen zieht die Landesregierung aus der Container-Havarie der „MSC Zoe“ vom Januar 2019, um Unfälle dieser Art zukünftig zu verhindern? Es war eine Anfrage der Fraktion der AfD (Drs. 18/2562). Hier wurde durchaus sachbezogen diskutiert. Aus der Fraktion der Grünen wurden Peilsender an Containern befürwortet, andere hatten wirtschaftliche Bedenken dagegen.

Anschließend ging es um die Frage: Wie kann die ländliche Bevölkerung vor den Anschlägen militanter Tierrechtler*innen geschützt werden? Eine Anfrage der Fraktion der CDU (Drs. 18/2563). Hier gab es höhnische Zwischenrufe. Angesichts sterbender Tiere aus Massentierhaltung bei militanten Aktionen von Tierschützer*innen, die den Strom zur Lüftung ausknipsten, sodass alle Tiere erstickten, ist das zwar verständlich, aber nicht hilfreich bei der Lösungsfindung.

Insgesamt wirkten die Politiker*innen erschreckend desinteressiert. So, als säßen sie dort einfach ihre Zeit ab. Sie hörten nicht zu, wenn andere Fraktionen sprachen,sondern redeten stattdessen untereinander, klimperten mit Haribos, waren auf Instagram und Facebook unterwegs, sodass Parlamentspräsidentin Andretta die Abgeordneten immer wieder zur Ordnung rufen und sie bitten musste, die Nebengespräche einzustellen oder außerhalb des Plenarsaals fortzusetzen.

Ich habe eine ganz andere Vorstellung von Politik. Parlamentsabgeordnete sind doch nicht gewählt worden, um ihr Privatleben im Plenarsaal fortzusetzen. Für mich gehört zu einer Demokratie, dass jede Person der anderen zuhört, gerade auch wenn sie nicht zu den eigenen Leuten gehört.

Leider konnte auch die Abgeordnete Frauke Heiligenstadt keinen viel besseren Eindruck bei mir erwecken. Sie hatte sich als eine unserer Landkreisvertreter*innen im Landtag netterweise Zeit für uns genommen. Unseren Schüler*innenfragen wich sie aber eher aus. Nach ihrer Parteiwahl gefragt, sprach sie nicht von eigenen Überzeugungen, sondern von familiärer Tradition. Und auf die Forderung nach kostenloser Schüler*innenbeförderung in der Oberstufe reagierte sie hauptsächlich mit einem Bericht von eigenen „gravierenden“ Schulbuserfahrungen, um damit die Frage schnell abzutun. Insgesamt wenig befriedigend für jemanden, der den weiten Weg aus Northeim auf sich genommen hat.

Mein Fazit: Immerhin gab es realistische, wenn auch eher unschöne Einblicke in die Arbeit unserer Landesvertreter*innen.

Text: Teresa Wolff, Bild: Winalke

 

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