Jugend forscht in Hildesheim und Braunschweig

23. Februar 2026

Viel Klasse! Corvi Jungforschende treten diese Woche beim Regionalwettbewerb in Hildesheim und Braunschweig an

Was war da in den letzten Tagen eigentlich los vor den Physikräumen? Was sollte der rege Austausch zwischen Schüler:innen verschiedener Jahrgangsstufen und Lehrkräften, für den die Pausenzeiten kaum reichte? Warum wurden immer wieder Schüler:innen im Unterricht kurz mit ganz unterrichtsfremden Inhalten behelligt oder mussten ihn sogar kurzzeitig verlassen? Und am Freitag kamen als krönender Abschluss sogar Geräusche wie von eine riesigen Menschenauflauf aus dem Physikraum!
 
Wir “lüften das Geheimnis” gerne für Euch!
Unsere Jungforschenden haben ihren Präsentationen in akribischer Feinarbeit den letzten Schliff verpasst und werden am kommenden Mittwoch und Freitag mit insgesamt elf Projekten in Hildesheim und einem Projekt in Braunschweig beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht und Jugend forscht junior antreten.
 
Wir sind stolz auf den Mut, die Kreativität und die wirklich harte Arbeit, die in diese Projekte geflossen sind, und drücken allen Corvi Jungforschenden ganz fest die Daumen für den Wettbewerb. Wir wünschen viel Erfolg und spannende Erfahrungen – und halten euch natürlich auf dem Laufenden, wie es weitergeht!

Unsere diesjährigen Projekte im Überblick:
 
Fachgebiet Chemie:

Muhammed Aloui und Till Fricke aus der 6e
Wasseranalysen im jahreszeitlichen Verlauf in Northeimer Gewässern
Unser Thema lautet: „Wasseranalysen im jahreszeitlichen Verlauf in den Northeimer Gewässern“. Das Ziel unseres Projekts ist, die Wasserqualität in den verschiedenen Gewässern und im Trinkwasser von Northeim zu messen. Mit diesen Ergebnissen wollen wir herausfinden, ob die Northeimer Gewässer schädlichen Stoffen wie z.B. Blei, Nitrit, Nitrat, und andere enthalten. Wir, Till und Muhammed, wollen herausfinden, ob man da bedenkenlos z.B. schwimmen und angeln kann. Sauberes Wasser bedeutet gesunde Natur und gute Lebensbedingungen. Zudem hat uns interessiert, ob und wie sich die Wasserqualität zu verschiedenen Zeitpunkten ändert. Wenn wir verstehen, wie sich die Zusammensetzung von Wasser im Jahresverlauf verändert, können wir besser darauf achten, dass unsere Gewässer sauber bleiben.

Fachgebiet Physik:
 
Johann Bernhard aus der 6m
Bau und Vergleich von Windmessern
Mein Projekt beschäftigt sich mit dem Bau und Vergleich von verschiedenen Messgeräten zur Bestimmung von Windgeschwindigkeiten. Diese Messgeräte sollten aus einfachen und wenn möglich recycelten Materialien sein. Ich habe es geschafft, mithilfe eines Tischtennisballs bzw. eines alten PC-Lüfters Messgeräte zu bauen, um die Geschwindigkeiten von Luftströmen zu messen. Letztes Jahr habe ich mich mit der Tonhöhe von Schwirrhölzern beschäftigt. Ein Ergebnis war, dass der Ton sich auch ändert, wenn das Holz sich schneller bewegt. Ich habe mich gefragt, ob sich aus einem Windgeräusch Rückschlüsse auf die Windgeschwindigkeit ziehen lassen. Außerdem interessiere ich mich dafür, wie stark der Wind auf dem Land weht, wo in naher Zukunft vielleicht ein Windrad gebaut werden soll. Deshalb beschäftigte ich mich nun erst mal mit Methoden zur Messung der Windgeschwindigkeit.
 
Jannis Ferber aus der 11m
Simulation von Federn
Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Simulation von Federn. Dabei erfolgt die theoretische Berechnung der Schwingung, welche mit der tatsächlichen verglichen wird. Die Experimente werden mittels Viana ausgewertet und mit Python weiter analysiert. Die aus den selbst ermittelten Federkonstanten folgenden Schwingungen konnten nicht vollständig gemessen werden, auch wenn die gemessene Kurve qualitativ die gleiche Form hat.
 
Bastian Koch und Vincent Schmidt aus dem SF17
Zielgenaue Verwendung von Wasserdruckraketen zu Rettungszwecken  
Unser Projekt ist im Bereich der Physik angesiedelt und beschäftigt sich mit der zielgenauen Nutzung einer Wasserdruckrakete für mögliche Rettungszwecke. Ziel ist es, eine Wasserdruckrakete so zu entwickeln, dass sie einen vorher festgelegten Punkt zuverlässig ansteuern kann. Die Idee entstand durch unsere Fachlehrkraft sowie durch unsere bisherigen Erfahrungen aus einem früheren Projekt mit einer Wasserdruckrakete im Rahmen von „Jugend forscht“. Im Verlauf des Projekts haben wir eine Wasserdruckrakete mithilfe eines 3D-Druckers konstruiert und gefertigt sowie eine erweiterte Startrampe gebaut, um kontrollierte Starts zu ermöglichen. Dabei untersuchten wir verschiedene physikalische Einflussfaktoren wie Druck, Wassermenge und Startwinkel. In Zukunft möchten wir die Technik weiter optimieren, um die Zielgenauigkeit und Zuverlässigkeit der Rakete weiter zu verbessern.

 
Fachgebiet Biologie:

Ole Eildermann, Felix Breckle und Moritz Kretzschmar aus der 8a
Wodurch verändert sich die Stabilität von Spinnenfäden?
Unser Thema ist es die Stabilität von Spinnenfäden zu testen und die Struktur von Spinnenfäden/Spinnennetzen herauszufinden. Das Ziel unseres Projektes ist die genauere Erforschung der Stabilität von Spinnenfäden, wobei wir diesmal versuchen Experimente mehrfach durchzuführen. Bei der genaueren Testung wollen wir besonders folgende Punkte genauer in Augenschein nehmen. Woher kommt die Stabilität von Spinnenfäden? Kommt sie durch das Protein oder die gezwirbelte Struktur, den Standort im Netz oder durch das Klima? Wie webt die Kreuzspinne ihr Netz beziehungsweise wo sind die Fäden am stabilsten und gibt es einen Stabilitätsunterschied zwischen langen und kurzen Spinnenfäden? Außerdem haben wir letztes Jahr schon an Jugend forscht teilgenommen und waren mit unserem Projekt Testung der Stabilität von Spinnenfäden auch recht erfolgreich. Deshalb wollen wir es dieses Jahr mit dem selben Thema nur in verfeinerter Ausführung antreten. Außerdem haben uns ungeklärte Fragen beschäftigt.

Fachgebiet Arbeitswelt:
 
Leara Schmidt aus der 6b
Flüssigkeitsüberleitung untersuchen
In meinem Projekt – Flüssigkeitsüberleitung untersuchen - möchte ich mehr über die Fließeigenschaften von ausgewählten Flüssigkeiten/ Stoffen erfahren. Ich habe hierfür Wasser, Haushaltsessig, Rapsöl und Joghurt ausgewählt. Ich möchte zeigen, dass Stoffe mit unterschiedlicher Viskosität auch unterschiedlich schnell fließen können. Hierfür habe ich mir einen Versuchsaufbau überlegt, der auf kommunizierenden Röhren beruht. Es zeigte sich, dass Wasser und Essig mit niedriger Viskosität deutlich schneller fließen, als Rapsöl oder Joghurt. Joghurt fließt bei 40°C auch , aber bei 20°C  nicht mehr. Die Schwierigkeiten in Bezug auf konstanter Temperatur von 40°C warmen Joghurt und die Schaffung einer nahezu homogenen Masse führten dazu, dass die Hypothese des Nichtfliessens des Joghurts bei 20°C nicht abschließend geklärt werden konnte.     

Emne Aloui aus der 9c
Massenänderung von Gummibärchen bei verschiedenen Quellmedien
Das Projekt untersucht, wie sich Gummibärchen in verschiedenen Flüssigkeiten wie Säften, Milch oder Coca-Cola mit unterschiedlichen pH-Werten verändern. Ziel ist es, herauszufinden, wie stark die Gummibärchen in Medien wie Salzsäure 2%, Kräuteressig, Fruchtsäften, Leinöl, Coca-Cola oder Milch quellen und welche chemischen und physikalischen Prozesse dahinterstecken. Dabei wird die Masse der Gummibärchen vor und nach dem Experiment gemessen und die Veränderungen in Form und Konsistenz beobachtet. Durch den Vergleich der Ergebnisse lernen wir, wie die Zusammensetzung der Gummibärchen (Gelatine oder einem pflanzlichen Ersatzstoff, Zucker) das Verhalten beeinflussen. Das Projekt vermittelt wichtige Grundlagen der Chemie wie chemische Reaktionen und den Einfluss des pH-Werts. Dadurch werden die Wechselwirkungen zwischen Gummibärchen und verschiedenen Flüssigkeiten veranschaulicht.  
       
Assja Bundstein und Romy Bundstein aus dem SF17
Vergleich von Rasen zu Rasenalternativen in Beständigkeit und Ressourcenbedarf
Angesichts der Debatten über Ressourcenschonung und Emissionseinsparungen ist ein Umdenken in der Gartengestaltung notwendig. Ziel dieses Projekts ist es, Argumente gegen den Englischen Rasen anhand botanischer und ökologischer Gesichtspunkte wissenschaftlich durch Experimente zu belegen, um diesen Denkanstoß anzuleiten. Bezüglich der Erderwärmung lässt sich davon ausgehen, dass der Englische Rasen zukünftig mit Hitze und Trockenheit, sowie Starkregen, etc. zu kämpfen hätte, was die Frage aufkommen lässt, ob der Englische Rasen noch zeitgemäß ist. Ebenfalls ist es in Zeiten des Klimaschutzes fragwürdig, Pflanzenschutzmittel und Benzinmäher für eine Grünfläche zu verwenden, um einen makellosen Englischen Rasen zu erschaffen, der nur Luxuszwecke erfüllt.  

Lukas Fischer aus dem SF17
Feldversuch zur mechanischen Beikrautregulierung durch gezielte Bodenbearbeitung
Die Landwirtschaft hat immer weniger Herbizide zur Verfügung. Dadurch müssen Lösungen gesucht werden, um die Unkräuter weiterhin zu regulieren. Mit meinem Feldversuch möchte ich die Effizienz verschiedener Methoden anhand der gekeimten Samen auf dem Acker mit weiteren Faktoren vergleichen. In diesem Themenfeld sind Aspekte wie der Umgang mit Ressourcen und die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahmen vorhanden.  

Fachgebiet Technik:

Noah Puscas und Maurice Giesler aus dem SF17
Aerodynamische Eigenschaften von bewegten Objekten im Raum
 
Wir möchten untersuchen, wie bestimmte Oberflächenstrukturen die Aerodynamik von Objekten beeinflussen. Besonders interessiert uns dabei, ob ein Golfball durch seine Einkerbungen weniger Luftwiderstand hat als ein glattes Objekt ähnlicher Form. Wir wollen dieses aerodynamische Prinzip auf technische Anwendungen wie Modellflugzeuge und Autos übertragen und herausfinden, ob man durch strukturierte Oberflächen den Energiebedarf verringern kann. Dadurch könnten langfristig Kraftstoff, Emissionen oder Material eingespart werden, was vor allem in der Luftfahrt und Automobilindustrie eine große Bedeutung haben kann.          

Noa Zinn aus dem SF17
Vergleich verschiedener Elektrodengeometrien zur Optimierung der Ionenwind-Erzeugung
Im Rahmen dieses Projektes soll untersucht werden, inwiefern der Einsatz von elektrodynamisch erzeugten Ionenwind zur aktiven Steuerung der Grenzschicht und zur Verzögerung der Strömungsablösung an einem Tragflügel beitragen kann. Problematisch ist hierbei, dass bei hohen Anstellwinkeln oder unter ungünstigen Randbedingungen die Strömung an der Tragfläche abreißt, mit deutlich erhöhtem Luftwiderstand und verminderter Auftriebsleistung. Das Ziel ist es, durch verschiedene Messungen das bestmögliche Zusammenspiel zwischen Elektrodengeometrie und Spannung zu ermitteln, um auf Grundlage dessen fachlich präzise Hypothesen auf das reelle Luftfahrtwesen zu übertragen.  
      
Fachgebiet Mathematik/Informatik:

Domenic Justus, Shayan Zahedi und Nicholas Allweil aus dem SF17
Selbstfahrendes RC-Auto Dragoncar
Im Rahmen dieses Projekts haben wir ein herkömmliches RC-Auto stark modifiziert, sodass es sowohl manuell als auch autonom gesteuert fahren kann. Als zentrales Steuerelement verwenden wir einen Raspberry Pi, auf dem unser selbst entwickeltes KI-basiertes Steuerungssystem implementiert wurde. Mithilfe von eigenen Trainingsdaten haben wir unser KI-Modell trainiert und diesem beigebracht, unser Auto zu fahren. Ziel des Projekts ist es, die Zuverlässigkeit eines KI-basierten Fahrsystems im Miniaturmaßstab zu untersuchen und zu zeigen, dass die Entwicklung und das Training eigener KI-Modelle auch mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich sind.  
 
Text, Collage: Anne Bernhard

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