Jazz geht's richtig los

Der Pianist Kurt Klose und der Trompeter Nigel Moore waren - gefördert durch den Landesmusikrat - ins Corvi gekommen und hatten die jungen Jazzerinnen und Jazzer mit ihrer grundfreundlichen Wesensart und ihrer Bescheidenheit förmlich bezaubert. Stundenlang wurde in zwei Workshops hart gearbeitet. Kurt Klose baute die Rhythmusgruppe der Jazzband neu auf, zeitgleich trainierte Nigel Moore die Bläser, bevor in Tuttiproben dann das neue Spielgut zu einem gelungenen Ganzen verbunden wurde. "Wir dachten vorher, dass wir schon ganz gut sind, aber durch Kurt ist der Rhythmus nochmal viel besser geworden", sagte ein junger Jazzer. Eine andere: "Kurt hat uns unglaublich motiviert und mitgerissen. Wenn du dachtest, jetzt geht nichts mehr, hat er nicht locker gelassen und so haben wir uns immer noch weiter entwickelt." Dass beide richtig gute Bandleader sind, war also klar zu merken.

 

Auch auf der Bühne zeigte sich dann die Bescheidenheit, Virtuosität und Motivationsfähigkeit der beiden. Man wusste erst gar nicht, wo die zwei sind, saßen sie doch lange unauffällig im Publikum, dann aber: Eine Hand auf den Flügeltasten, die andere wedelte das Publikum ins von Kurt Klose selbstkomponierte Stück "I do" hinein. Und der Cha-Cha-Cha konnte sich hören lassen, komplett am Aufführungstag erarbeitet. Nigel Moore stand zwischen den jungen Trompeten und ließ nur ab und zu seine Virtuosität aufblitzen, zuletzt dann auch mit unglaublichem Volumen. Sonst aber war er sich nicht zu schade, stumm dazwischen zu sitzen oder in den Sätzen als einfaches Ensemblemitglied zu spielen und dadurch Orientierung zu bieten.

Eine abwechslungsreiche Mischung aus Ensemblespiel und Solo ließ die dreizehn Stücke des Konzerts wie im Fluge vergehen. Die Soloqualitäten der Jazzband sind dabei beachtlich. Von allen Instrumenten gab es Soli zu hören. Zu recht traten einige Solisten aus der Band selbstbewusst vors Publikum. Ein Highlight neben den Profi-Einlagen war ein Karinetten-Saxophon-Battle zwischen Lena Holland und Beatrice Aleksejus. Ja, das erinnerte schon ein bisschen an das legendäre Tenor Battle damals in Kansas City, als Lester Young bis in die Morgenstunden in Jam-Session-Zweikämpfen Coleman Hawkins herausforderte. Ein bisschen davon in Aula 1, wow! Cool-launiger Gesang von Nicolas Brandt und soulige Power von Laura Wegner zeichnete das überzeugende Gesangsduo aus.

Neben den talentierten Junggitarren spielte Gründer und langjähriger Bandleader Lothar Kohn zuletzt noch ein feingeschwungenes Gitarrensolo dahin. Das kurze Kabel zum Gitarrenverstärker nutzte er gleichzeitig, um in aller Bescheidenheit am Rande zu bleiben. Seine Verdienste für die Band und sein ebenso großes Talent in Sachen Plakatgestaltung hob Jazzbandleiter Jörg-Maik-Mauksch gebührend hervor. Dass der selbst die Solotrompete beherrscht, erfuhr das Publikum ganz nebenbei.

Zum Dank für die Früchte gelungener Musikförderung und für das besondere Engagement von Nigel Moore und Kurt Klose, aber auch von Lothar Kohn und Jörg-Maik Mauksch und nicht zuletzt für das mitreißende Spiel der Schülerinnen und Schüler gab es zum Abschluss stehende Ovationen von den gut 120 Zuhörern.

Text und Bilder: Wolff

Einen HNA-Bericht zum Jazzkonzert gibt es in der Presseschau.

 

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