Musikalisches Comeback besonderer Güte

Fast alles etwas kleiner und trotzdem ganz groß - so präsentierten sich die musikalischen und artistischen AGs am Dienstag und Mittwoch vor den Osterferien 2022 und das Publikum der zweimal gut gefüllten Stadthalle reagierte begeistert.

Trotz der teils sehr kurzen Probenzeit konnten die Formationen begeistern. Besonders beachtlich: Gleich zwei Corvinianer überzeugten mit Eigenkompostionen und in zwei Umbaupausen präsentierten sich kleine Formationen mutig vor dem Vorhang.

 

Endlich wieder Schulkultur

Mit dem Fanfarenknaller aus Hawaii-Five-O begann die Jazzband (Leitung: Thomas Constien) mit ganz starken Trompeten das 90-minütige Programm und erntete sofort begeisterten Applaus.

Schulleiter Christoph Dönges zeigte sich in seiner Begrüßung sichtlich froh darüber, dass endlich ein schulkulturelles Event in diesem Ausmaß stattfinden kann, bevor die Jazzband mit klassischen Swing ihr Programm fortsetzte.

Die Stadthalle verfügt über eine starke nahezu geräuschlose Lüftungsanlage und da zudem die meisten Gäste und alle nicht singenden bzw. Blasinstrumente spielenden Akteur:innen Masken trugen, konnte sich das große Publikum sicher fühlen und dennch die musikalische und artistische Vielfalt der 117 Künstler:innen genießen.

 

Mahnung für den Frieden

In der Umbaupause für den Zirkus traten nacheinander fünf Streicher:innen auf. Den Anfang machte Jonas Bertram an der Violine. Es folgte Cellist Malte Ferber, anschließend komplettierten Eva Werner und Joana Lehne an den Violinen sowie Gesa Sperlich am Cello das Quintett. Mit dem dargebotenen ukrainischen Volkslied Verbovaya Doshchelchka (deutsch: Weidenbrett) präsentierte die Gruppe vor dem roten Vorhang auf ergreifende Weise bedrohtes Kulturgut. Dazu passte der dem verblüfften Publikum überraschend auf den gewendeten Instrumenten erscheinende Schriftzug "Peace".

 

Betörende Chorklänge

Im Halbkreis präsentierte anschließend der Chor Ars Musica Vocalis unter der Leitung von Gregor Wunderlich zwei starke Stücke, nämlich das 2002 vom in Wien lebenden Komponisten James E. Moore veröffentlichte „Spirit of God“ und das bewegende haitianische Volkslied „Peze Kafe“.

Eine beachtliche Leistung angesichts der Tatsache, dass gerade der Chor lange Zeit überhaupt gar nicht proben konnte.

 

Mit Schwung und Stil

Die 31 Artist:innen des Zirkus verbreiteten anschließend ausgesprochen gute Laune. Zu internationalen Rhythmen konnten die jungen Corvinianer:innen sichtlich stolz ein abwechslungsreiches Programm mit starken Einzelleistungen am Einrad, im Radschlagen oder im Brücken-Spagat, mit dynamischen Lichteffekten, Formationstänzen und luftig hingehauchter rhythmischer Sportgmnastik präsentieren. Kein Wunder, denn die AG wird von der kürzlich als Landesmeisterin in Rhythmischer Sportgymnasik ausgezeichneten Corvi-Sportlehrerin Marlene Dörnenburg geleitet.

.

Ein besonderes Duo

Eine weitere Umbaupause füllte Franca Rohkohl, begleitet von Hauke Wilp am Flügel vor dem Vohang.

In Chansonmanier präsentierten die beiden den Klassiker „Summertime“ und „I dreamed a dream“ aus Les Miserables.

 

.

Weltpremieren

Höhepunkt der Musikalischen Abende 2022 war ein umfangreiches Programm der fast 50-köpfigen Capella Corviniensis. An dieser Stelle ist die sehr eigenständige Adaption des Volksliedes „Kommt ein Vogel geflogen“ durch den 2021er Abiturienten Hauke Wilp zu nennen. Im Rahmen einer ebenso komischen wie parodistischen Reihe im Stil von Strauß, Verdi oder Marschmusik reihte Hauke seine Version des Volksliedes ein. Wie komponiert man eine moderne sinfonische Version eines Volksliedes? Hauke nutzte das harmonische Gerüst einer zeitgenössischen Vorlage und passte die Melodie an. „Den Mittelteil, der durch ein Ostinato im Horn geführt wird, habe ich etwas freier gestaltet und quasi meinen Stil mit eingebracht“, so Hauke Wilp über seine Vorgehensweise beim Komponieren. Zuletzt führte er, der selbst dirigierte, das Orchester mit einem Tonartwechsel zurück zum Thema.

 

Anschließend beeindruckte eine Kompositon des CC-Hornisten Konrad Lange, dem es gelang den Queen-Song „Bohemian Rhapsody“ stilvoll zu orchestrieren. Dabei konnten rhythmische Klavierakkordanschläge mit Pizzicati der Streicher ganz eigenständige Klänge entfalten. Konrad spielte selbst im Stück das Horn. „Eine Weltpremiere“, schwärmte Orchesterleiter Thomas Constien. Die CC schloss mit gewohnt harmonschem Klangkörper das Programm durch ein vielfältiges Film-Medley. Mit der CC verfügt das Corvi über ein Schüler:innenorchester, das quasi auf semi-professionellem Niveau agiert. Etwas, das nur durch die konsequente Ausbildungskultur im Rahmen der musikalischen Jugendförderung zu erreichen ist. 

.

Ein ganz herzlicher Dank geht an André Scholz für die Organisation der musikalischen Abende!

Text, Fotos: Wolff

Zurück