Phantastische Architektur in Northeim

Im Kunstunterricht hat sich die Klasse 6d mit Architektur und der kreativen Umgestaltung von Bauwerken beschäftigt.
 
Ein hervorragendes Beispiel hierfür befindet sich in direkter Nähe zum Corvinianum: Das Theater der Nacht. Am 1.9.2023 hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, das Gebäude vor Ort von innen und außen zu erfahren und sich mit allen Fragen, die sich aus dem Unterricht ergeben hatten, direkt an den Besitzer Herrn Brockhausen zu wenden.
 
Die folgenden Berichte geben dieses für uns alle aufregende und unvergessliche Erlebnis wieder.
 
Fotos: Fachgruppe Kunst; Zeichnung: Victoria Baecker
 

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Das Theater der Nacht
von Victoria Baeker (6d)
 
Im Rahmen des Kunstunterrichts hat unsere Kunstlehrerin uns zu einer anschaulichen Führung in einem ganz besonderen Gebäude in Northeim begleitet. An der alten Stadtmauer steht ein Gebäude, welches früher einem ganz anderen Zweck diente und heute als Theater der Nacht bekannt ist.
 
Schon von außen erweckt es Neugier und gibt einen Hinweis auf seinen Zweck und seine Verwendung im Inneren. Die 1936-38 erbaute alte Feuerwache mit ihrem Turm wurde viele Jahrzehnte später als Fantasiegebäude, das der Form eines Drachen ähnelt, gestaltet. Eine Frontseite mit den Fenstern und der mittigen Nase im oberen Bereich erinnert an ein Gesicht mit roter Zipfelmütze als Dach. Die Nase an einer Seitenansicht zeigt ein zweites Gesicht.
 
Das Innere des Gebäudes hat verschiedene Bereiche mit unterschiedlicher Verwendung: Im Erdgeschoss befindet sich das Café mit Sitzgelegenheiten und vielen Theaterrequisiten, zum Beispiel selbst gefertigte Masken. Ebenfalls im Erdgeschoss findet man den Theatersaal mit der Bühne, auf der hauptsächlich Theater Puppenaufführungen gezeigt werden. Die Puppenwerkstatt grenzt direkt an den hinteren Teil der Bühne an. Über eine Wendeltreppe gelangt man in den oberen Teil des Turms. Das Treppengeländer erweckt den Eindruck eines Dinosaurier- oder Drachenskeletts, an dessen oberem Ende ein großer Dinosaurierschädel zu sehen ist. In den Wandnischen des Treppenhauses kann man Ausstellungsstücke vergangener Theateraufführungen betrachten.
 
Ein besonderes Erlebnis war es, einen Blick aus dem kleinen Fenster am höchsten Teil des Turmes zu werfen, welches in der äußeren Ansicht zum Drachenkopf gehört. Aus diesem Fenster kann man bei gutem Wetter bis zum Brocken sehen.
 
Insgesamt hat der Besuch im Theater der Nacht in vielfältiger Weise den Eindruck vermittelt, wie künstlerische Kreativität, zum Beispiel in bauliche Architektur, Innenarchitektur sowie in Gestaltung von Puppen, Masken und Bühnenbild zum Ausdruck gebracht werden kann.
 
Umgestaltung von Architektur am Beispiel des Theaters der Nacht
von Friedrich Richter, 6d
 
Am 01.09.2023 hat die Klasse 6d das Theater der Nacht besucht. Als sie am Theater ankam wurde sie von Heiko Brockhausen begrüßt. Er und seine Frau Ruth Brockhausen leiten das Theater der Nacht. Die 6d hatte zuerst eine Fragerunde und bekam danach eine Führung durch das Theater Vom Theatersaal bis zum Drachenkopf in der Spitze des Turms.
 
Auf einer Theatertournee kamen die Brockhausens auf die Idee, eine eigene Bühne zu bauen, da sie nicht mehr soviel herumreisen wollten. Die Feuerwache wurde ausgewählt, weil es günstiger war, sie umzubauen, als ein Theater neu zu bauen. Außerdem hat die Feuerwache eine zentrale Lage. So begannen 1999 die Umbauarbeiten.
 
Und da Puppen, als phantastische Wesen, einen phantasievollen Ort brauchen, wurde die Wache auf besondere Art und Weise verändert. Zur Idee des Drachens bekamen sie durch Kinder, die auf der Baustelle waren und die fanden, dass das Haus wie ein Drache aussieht. So wurde der Drache das Thema des Theaterumbaus.
 
Nach 2 Jahren konnte das Theater eröffnet werden, aber damit war die Veränderung noch lange nicht abgeschlossen. Nach 10 Jahren war das Treppenhaus fertig und nach 19 Jahren war es, mit dem Bau des großen Drachens, vollendet.
 
Die Theaterleiter haben viele Elemente des Hauses selbst hergestellt, z.B. die „Drachen- Knochen“, die das Treppengeländer bilden. Sie wurden aus Ton modelliert und dann mit Beton ausgegossen. Danach wird der Beton aufwendig poliert um weiß wie Knochen auszusehen. Bei den handwerklichen Arbeiten haben viele Menschen Brockhausens geholfen. Der Drachenkopf wurde z.B. von zwei Handwerkern auf der Walz hergestellt. Die Deckenbemalung im Salon von einer jungen Künstlerin. Eine Herausforderung war es, Platz für Material, Requisiten, Bühnenbilder und natürlich die Puppen zu haben. Darum wurde viel über ein gutes Lager nachgedacht, z.B. wurden dazu viele Einbauschränke gebaut.
 
Die Klasse konnte bei der Betrachtung des Theaters von außen, viele Dacharten entdecken.

Ein Zeltdach, Schrägdach und ein begrüntes Flachdach. Für die Dächer wurden extra für das Theater Ziegel angefertigt. Dadurch sieht der Turm wie ein Drachenkopf oder wie eine Zipfelmütze aus. Je nach der Perspektive, die der Betrachter hat. Das Theater ist sehr farbenfroh gehalten und die vormals sehr industrielle Gestaltung der Feuerwache ist kaum noch wieder zu erkennen.
 
Die 6d war von der Exkursion sehr begeistert und auch Herr Brockhausen hat sich sehr über das Interesse der Schülerinnen und Schüler gefreut.

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