Mit Pauken und Trompeten

18./19. März 2026

Ein HNA-Bericht von Axel Janssen findet sich hier in der Presseschau.

120 Corvinianer:innen musizierten und tanzten sich in die Herzen des Publikums: Die Musi-Abende 2026 in der Stadthalle sorgten für Gänsehaut und Begeisterungsstürme. Zu recht, denn die Musik-AGs und die Zirkus-AG boten Unterhaltung und Professionalität vom Feinsten.

Brillant, bunt und berührend: Musikalische Abende in der Stadthalle

Lady Madonna in funkigem Gewand

Die Jazzband unter der Leitung von Mirko Heimerl eröffnete den Abend gutgelaunt mit dynamischen Big-Band-Klängen. Santiago Kirchhoff an der Klarinette und Timo Krohn an der Posaune sorgten mit ihren ausgedehnten perlenden Soloeinlagen für besonders starken Szenenapplaus. Für markante Akzente sorgte das Trompetenspiel von Anna Wehr und Emma Steinmetz. Eine rhythmische Kostbarkeit bot die Jazzband zum Abschluss, als ganz neue Klänge mit einem Funk-Arrangement des Beatles-Klassikers Lady Madonna zu hören waren.

Satte Klänge, mitreißende Rhythmen: Die Corvi-Jazzband

Positives Energiezentrum

Marlene Dörnenburg ließ ihre große Zirkus-AG in eine faszinierende Unterwasserwelt abtauchen. Mit bezwingender Fröhlichkeit zeigten sie in einer wieder einmal ausgesprochen ansprechenden musikalischen und visuellen Atmosphäre ihre Zirkusfertigkeiten.

Feel-Good-Momente: Tanz und Akrobatik der Zirkus-AG

ChORVINIS und Ars Musica Vocalis

Die Chöre des Corvi zeigten hohe Vokalkunst mit abwechslungsreicher Choreographie. Claudia Siebert-Lange eröffnete den Chor-Reigen erfrischend mit den Jüngsten. Die ChORVINIs sangen mit Unterstützung einiger Älterer.

Die Ars Musica Vocalis entzückte mit einem Disney- und Broadway-Medley. Emma Steinmetz überraschte dabei mit einer ausgesprochen klaren und ausdrucksstarken Solo-Einlage. Der Chor bot fein abgestimmtes Zusammenklingen unter der Leitung von Gregor Wunderlich.

Zeigte hohe Vokalkunst: Ars Musica Vocalis

Singende Lehrkräfte

Einen musikalischen und unterhaltsamen Einstieg in den zweiten Teil des Abends bot der Chor der Lehrkräfte. Thomas Constien gab den Chorleiter, der sich selbst immer wieder zu Operneinlagen hinreißen ließ. Er nahm seine Mitsänger:innen – starkes Solo: Doortje Hundt – in der "Insalata Italiana" des 1823 in Danzig geborenen Komponisten Richard Genée mit auf eine opereske musikalische Reise.

Launige Opernparodie: Der Chor der Lehrkräfte

Großes Programm der Capella

Den krönenden Abschluss bot das Corvi-Sinfonieorchester Capella Corviniensis mit einem Jubiläumsprogramm. Herausragend war der Hummelflug von Rimski-Korsakow mit einem brillant aufspielenden Hauke Ferber am Solo-Fagott. Definitiv grandios waren auch die zwei Stücke von Schostakowitsch: Ein Walzer, der mit seiner überwältigend tiefsinnig-melancholischen Melodie die Stadthalle erfüllte, was den fantastisch aufspielenden Blasinstrumenten mit Erik Meyer an einer starken Tuba und den geschmeidig und harmonisch spielenden Streichern zu verdanken ist. Der souverän bewältigte Marsch zeigte mit hohem Tempo und weitem Ambitus die überragende Professionalität des Schulorchesters, das – verstärkt mit einigen Ehemaligen und Lehrkräften – keine Wünsche offen ließ und wahrlich seinesgleichen sucht.

Thomas Constien, der das Orchester nach 36-jähriger Leitung zum Schuljahresende abgibt, gelang es erneut, sein konzentriertes und pointiertes Dirigat auf die mehr als 50 Orchestermitglieder zu übertragen. Zu recht gab es für seine Leitungsleistung Standing Ovations im Parkett und auf der Empore in der ausverkauften Stadthalle an diesem Premierenabend. Beinahe gelang es dem hingerissenen Publikum durch das Erzwingen mehrerer Zugaben, den Magister Musikus erfolgreich an seiner anstehenden Pensionierung zu hindern.

Emotionaler Abschied

Auf dem 131. Musikalischen Abend am 19. März 2026 war es dann soweit: Thomas Constien stand das letzte Mal am Pult der CC. Schulleiter Christoph Dönges besuchte den Dirigenten am Pult inmitten der CC, um passende Abschiedsworte zu finden. Er betonte, ebenso wie anschließend die CC-Mitglieder Anna Wehr und Jakob Wolff mit Julia Sabagh und Timo Krohn, die enorme Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung der Orchestermitglieder. "Wir werden das nie vergessen", brachten die beiden ihre Orchesterzeit auf den Punkt. Zuvor hatte das Orchester als Überraschung anstelle der von Constien erwarteten Brahms-Zugabe "Viel Glück und viel Segen" als Kanon musiziert. Constien zeigte sich davon und vom frenetischen, nicht enden wollenden Applaus und den vielen Dank-Schildern, die hochgehalten wurden, sichtlich ergriffen. Er resümierte: "Es war immer toll, all die Jahre, als Dirigent des Orchesters." Zu den Musizierenden sprach er: "Das habe ich euch zu verdanken. Hier auf dem Pult weht mir eine besondere Musikalität entgegen. Um das zu verstehen, müssten Sie alle hier heraufsteigen", rief er dem Publikum lachend zu, "aber dazu fehlt uns jetzt leider die Zeit."

Ein großer Dank geht an Mirko Heimerl für die Organisation der Abende.

Ein letztes Mal am Pult: Thomas Constien, Dirigent der CC von 1990-2026

Text, Fotos: Wolff

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