Medizin 4.0 – was wir dabei nicht vergessen dürfen

12. Januar 2026

PD Dr. Martin Friedrich referierte über KI und Ethik in der Medizin.

Vor ca. 40 Interessierten stellte PD Dr. Friedrich im Rahmen unserer wissenschaftspropädeutischen Abendvortrage sein aktuelles Forschungs- und Arbeitsgebiet vor: Welche Hilfsinstrumente mittels KI und Algorithmen die Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie an der UMG Göttingen genutzt werden bzw. entwickelt wurden. Digitalisierung wird in der Medizintechnik heute bereits vielfältig eingesetzt. An einem historischen Überblick veranschaulichte Friedrich die enormen Entwicklungsschritte der letzten 150 Jahre bis zur aktuellen Verständigung der Maschinen untereinander.

Medizin 4.0 ist heute Realität, aber die Nutzungsmöglichkeiten sind so unterschiedlich, dass der Mensch nicht die eigene Kreativität verlieren darf, sondern die Technik als Unterstützung, nicht als Ersatz für menschliche Arbeit verstehen darf. Die Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen möchte Friedrich kreativ nutzen und mit eigenen Entwicklungen den Fortschritt voranbringen. Als Beispiel dafür stellte er sein Akustiksystem zur Geräuschreduktion während einer OP vor: SOTOS ermöglicht eine intelligente Kommunikation aller Mitarbeitenden im OP-Saal und reduziert neben Geräuschen gleichzeitig Aerosole und Ermüdungserscheinungen der Operierenden.

An verschiedenen Entwicklungen konnte Friedrich eindrucksvoll den sinnvollen Einsatz von KI zum Nutzen der Patienten und Ärzte zeigen und mahnte gleichwohl zum kritischen Umgang damit. Wiederholt betonte er die Notwendigkeit von nie endender Bereitschaft zur Kommunikation verschiedener Menschen und Interessengruppen. Der Mensch sei als kommunikatives Wesen angelegt und könne keinesfalls durch Technik allein Probleme lösen. KI ist (noch) keine kreative, sondern eine rein reproduktive Technik, die nur von den durch Menschen gespeicherte Daten funktioniere.

Text, Fotos: E. Schröder

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