LemaS: Eigenständig forschen
30. Januar 2026
Schüler:innen der Jahrgänge 10 und 11 arbeitete im Rahmen von "Leistung macht Schule – LemaS" selbstständig an naturwissenschaftlichen Themen. Ein Bericht von der Präsentation der Ergebnisse.
LemaS: Eigenständig forschen, eigene Interessen vertiefen
Im LemaS-Kurs (Leistung macht Schule) arbeiteten im ersten Halbjahr Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11 an selbstgewählten naturwissenschaftlichen Fragestellungen. Im Mittelpunkt standen dabei eigenständige Recherche, praktisches Arbeiten sowie die Entwicklung eines individuellen Endprodukts.
Ein Projekt widmete sich dem Thema Meeresmedizin – also medizinisch wirksamen Stoffen, die aus Meeresorganismen gewonnen werden. Julia Kopaniarz und Merle Gries
aus der Klasse 10b beschäftigten sich unter anderem mit relevanten Wirkstoffen und Organismen, aktuellen Einsatzmöglichkeiten, Zukunftschancen sowie möglichen Risiken. Um das Thema fundiert zu bearbeiten, arbeiteten sie sich auch in pharmazeutische Grundlagen ein. Da es zu diesem Forschungsfeld nur wenige Lehrbücher gibt, erfolgte die Recherche überwiegend digital, unterstützt durch Fachartikel und KI-gestützte Recherchetools.
Besonders praxisnah gestalteten die Schülerinnen ihr Projekt durch eigene experimentelle Arbeit. Mithilfe einer Dünnschichtchromatografie trennten sie Farbstoffe aus Algen und erhielten so einen Einblick in Methoden, mit denen auch in der Forschung medizinisch relevante Stoffe identifiziert werden. Die verwendeten Algen wurden von der Göttinger Algensammlung (EPSAG) zur Verfügung gestellt.
„Es war spannend zu sehen, wie einzelne Stoffe aus komplexen Naturstoffgemischen getrennt werden können“, beschreiben Merle und Julia ihre Erfahrung.
Andere Schülerinnen und Schüler widmeten sich der Neurobiologie. So setzte sich Leon Ruppel aus der Klasse 10b intensiv mit Nervenzellen und ihrer Regenerationsfähigkeit auseinander. Besonders spannend fand er, „dass sich manche Nervenzellen regenerieren können, andere aber gar nicht oder nur sehr langsam – und dass es dabei einen Unterschied zwischen dem zentralen und dem peripheren Nervensystem gibt“. Das Thema wählte er bewusst: „Ich habe mich damit beschäftigt, weil ich es persönlich sehr interessant finde und mir vorstellen kann, später beruflich in diesem Bereich zu arbeiten.“
Marvin Stanko (11a) und Julia Huang (11m) untersuchten unter anderem den Aufbau und die Funktionen des Gehirns. Neben der Arbeit mit Fachliteratur und digitalen Quellen spielte auch hier die fachpraktische Auseinandersetzung eine zentrale Rolle: Bei der Untersuchung eines Schweinegehirns konnten sie durch Quetschpräparate Nervenzellen mikroskopisch sichtbar machen. Marvin betonte, dass gerade diese unmittelbare Erfahrung ihm die Komplexität des Organs verdeutlicht habe: „Allein, mir das alles genauer anzuschauen, hat sich für mich schon gelohnt.“
Im Verlauf des LemaS-Kurses wurde deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur fachliches Wissen vertieften, sondern auch ihre Arbeitsweise weiterentwickelten. Sie planten ihre Projekte selbstständig, setzten eigene Schwerpunkte und lernten, kritisch mit umfangreichen Informationsmengen umzugehen. Besonders geschätzt wurde dabei die Freiheit, eigenen Interessen folgen und Themen bearbeiten zu können, die im regulären Unterricht kaum Raum finden.
Im LemaS-Kurs zeigte sich damit eindrücklich, wie motivierend und gewinnbringend selbstständiges Arbeiten an individuellen Fragestellungen sein kann - fachlich wie persönlich.
Text: Dr. Siegesmund; Foto: Westermann






