Bewusst offline

Bewusst offline – warum das Corvi neue Wege im Umgang mit dem Handy geht

Digitale Medien sind aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie verbinden, informieren, unterhalten – und sie prägen Lern- und Lebensgewohnheiten in einem Ausmaß, das uns als Schule in besonderer Verantwortung sieht. Vor diesem Hintergrund hat sich das Corvinianum bewusst dafür entschieden, den Umgang mit dem Smartphone im Schulalltag neu zu regeln – und zwar nachdem alternative differenziertere Regelungen z.B. nach Aufenthaltsorten und Jahrgängen im Schulalltag nicht den gewünschten Erfolg brachten.

Die neue Handyregelung ist kein Ausdruck von Misstrauen oder Technikfeindlichkeit. Im Gegenteil: Sie ist das Ergebnis eines intensiven, gemeinsamen Nachdenkens darüber, wie Lernen, Konzentration, soziale Begegnung und digitales Arbeiten heute sinnvoll zusammenwirken können.

In einem schulübergreifenden Austausch zwischen Schülervertretung, Eltern und Kollegium wurde deutlich: Smartphones sind leistungsstarke Werkzeuge – aber sie sind im Schulalltag oft mehr Ablenkung als Hilfe. Permanente Erreichbarkeit, soziale Medien, Spiele und Benachrichtigungen erschweren konzentriertes Arbeiten, unterbrechen Lernprozesse und verändern Pausen zunehmend zu Bildschirmzeiten. Genau hier setzt die neue Regelung an.

Unser Ziel ist es, Schule als Lern- und Lebensraum bewusst zu schützen.
Unterricht soll Raum für Aufmerksamkeit, vertieftes Denken und echtes Miteinander bieten. Pausen sollen wieder Pausen sein: Zeiten der Erholung, der Bewegung, des Gesprächs und der Begegnung – nicht bloß eine Verlängerung der Online-Welt.

Die neue Handyregelung schafft dafür klare und verlässliche Rahmenbedingungen:

– Smartphones sind während des Schultages grundsätzlich nicht sichtbar und werden nicht genutzt.

– Digitale Endgeräte kommen dann zum Einsatz, wenn sie pädagogisch sinnvoll und unterrichtlich angeleitet sind.

– Analoge und digitale Arbeitsformen stehen gleichwertig nebeneinander – je nach Lernziel und Situation.

Dabei gilt ausdrücklich: Digitalisierung bleibt ein zentraler Bestandteil schulischer Bildung am Corvi. Medienkompetenz entsteht nicht durch ständige Verfügbarkeit privater Smartphones, sondern durch bewusstes, begleitetes Lernen mit geeigneten Werkzeugen, durch Reflexion, Aufklärung und Verantwortung. Genau hier setzt unsere medienpädagogische Arbeit an – unter anderem mit Projekten, Workshops und Kooperationen im Rahmen des Safer-Internet-Monats.

Die neue Regelung wird von einem klaren, gestuften Verfahren bei Missachtung der Regelung begleitet, das transparent, fair und pädagogisch ausgerichtet ist. Ziel ist nicht Bestrafung, sondern Orientierung, Verlässlichkeit und – wo nötig – Unterstützung bei einem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Gerät.

Uns ist bewusst: Dieser Schritt fordert Umdenken – bei SchülerInnen, Eltern und auch bei uns als Schule. Doch wir sind überzeugt, dass sich dieser Weg lohnt. Weniger Ablenkung schafft mehr Tiefe. Weniger Bildschirmzeit eröffnet mehr Raum für Lernen, Beziehung und persönliche Entwicklung.

Gemeinsam mit dem erweiterten Pausenkonzept verstehen wir die neue Handyregelung als Teil eines größeren Aufbruchs: hin zu mehr Achtsamkeit, mehr Präsenz und mehr gemeinsamer Verantwortung für unseren Schulalltag.

Wir laden die gesamte Schulgemeinschaft ein, diesen Weg konstruktiv mitzugehen – im Gespräch, im Ausprobieren und im gemeinsamen Weiterentwickeln.

Text: Schatz-Anders; Foto: Wolff; Pixabay/Dirpold

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