Titelseite

Viele unserer Schüler nehmen jedes Jahr an Wettbewerben innerhalb und außerhalb der Schule teil.

Ob es Lesewettbewerbe in Englisch, der Känguru-Test in Mathematik, Musik-Wettbewerbe oder Sportturniere sind - hier können sich unsere Schüler auch außerhalb des Unterrichts beweisen und anderen zeigen, was in ihnen steckt.

Auf dieser Seite wollen wir die aktuellen Preisträger würdigen. Wählen sie dazu links die entsprechenden Wettbewerbe bzw. Fachbereiche aus.

Geschichtswettbewerb 2

Philip Hanspach (10a) erhielt für seinen Beitrag  im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten  einen Förderpreis.
Das Rahmenthema hieß „Helden: verehrt-verkannt-vergessen“.  Seine Arbeit nannte er  „Ein Dorf voller Helden. Aufstand gegen Adel in Großenrode im Vormärz bis zur deutschen Revolution“.
Sein Tutor Hans Harer freut sich mit Philip über die Würdigung  seiner Recherchearbeit. Die Arbeit ist bei Philip oder Herrn Harer einsehbar.

Vorwort des Beitrags

Lange Zeit war das so nicht existente Deutschland unterdrückt, Demokratie ein Fremdbegriff, die Adelsherrschaft gegeben und akzeptiert. Doch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wagten sich zahllose einfache Bürger auf die Straßen, um für Freiheit zu demonstrieren. Dies ist die schier unglaubliche Geschichte, wie eine Gruppe Bauern in meinem südniedersächsischen Heimatdorf Großenrode eher durch Zufall in die Interessen des sich verzweifelt aufbäumenden Adels geriet und tapfer gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner standhielt.
Lange galt das „fidei comiss“-Recht im monarchistischen Deutschland. Ein Adelsgut hatte in der Familie zu bleiben und durfte vor allem nicht zerstückelt werden. Es musste immer ein Ganzes bleiben. Nur ein Erbe bekam den Hof, die Geschwister mussten entschädigt werden, doch bekamen sie nur soviel, dass der Fortbestand des Hofes nicht gefährdet war.
Während der französischen Besatzung nach Napoleons Einmarsch in Deutschland ergab es sich jedoch, dass der ansässige Graf August Wilhelm zu Hardenberg nicht mehr das nötige Geld offerieren konnte, die Besatzung in seinem Gebiet zu unterhalten. Er war gezwungen, Teile seines Besitzes zu verkaufen, darunter mein Heimatdorf Großenrode. Dies konnte er nicht auf eigene Faust unternehmen, sondern musste sich erst schriftlich über die Zustimmung seiner anderen Geschwister vergewissern.
 Nachdem dies getan war, verkaufte er das „in Großenrode -Canton Moringen- Distrikt Göttingen- Leine Departement1[1] gelegene Gut für 28.500 Thaler in „vollwichtigen Louisdor“ an „Herrn Oberkomissair und Präfecturrath Christian Gotthard Westfeld in Weende“ (Großenrode blieb über einige Generationen im Besitz der Familie Westfeld. Die Erben jenes Christian Gotthard Westfeld verkauften 1837 die Großenroder Güter, oder zumindest den größten Teil von ihnen jedoch an 18 Großenroder Bauern für insgesamt 22.000 Thaler, die diesen Besitz nun nach Art genossenschaftlicher Prinzipien gemeinsam bewirtschafteten. Später kamen dann jedoch die Erben Hardenbergs hinzu und forderten ihr Gut zurück. Mit juristischen Mitteln wollten sie sich des Dorfes bemächtigen, die finanziell völlig ausgelaugten Bauern schienen leichte Beute für die reichen Adeligen zu sein. Sie beriefen sich u.a. auf das „fidei comiss“-Recht, aber auch auf andere traditionelle Vorrechte, die untersagten, dass dieser adelige Besitz in die Hände einfacher Bauern geriet. Doch die pfiffigen Großenröder boten dem übermächtigen Gegner tapfer die Stirn und hielten wiederkehrende Schikanen geduldig aus, bis 1866 mit Schlacht bei Langensalza dieses einstmals dem hannoverschen König unterstellte Gebiet preußisch wurde. Nun war alle Hoffnung für Graf Hardenberg dahin, den Prozess noch zu gewinnen. Schnell kippte seine Gesinnung um, er machte plötzlich gut Freund mit den Großenrödern und einigte sich außergerichtlich. Die Hintergründe dieses Kampfes David gegen Goliath soll mein nun folgender Beitrag zum Geschichtswettbewerb beleuchten.

Insektenhotel am Corvi

Insektenhotel am Corvi

Die Corvi-Krabbler

- Wir bauen ein Insektenhotel für unseren Schulhof

 

Entstehung der Idee

 

Zu Beginn des neuen Schuljahres bekamen wir, die Schüler der Klassen 7a und 7c1 des Gymnasiums Corvinianum in Northeim, eine neue Biologielehrerin. Sie bot uns an einen Nachmittag in der Woche an einer AG zum Umwelt- und Artenschutz teilzunehmen. Wir sollten uns dabei ein Thema überlegen, welches auch mit dem Unterrichtsstoff in Klasse 7 in Zusammenhang stehen sollte. Wir entschieden uns schnell für den Themenbereich "Wirbellose Tiere" und unsere Lehrerin schlug vor ein Insektenhotel zu bauen. 15 Schülerinnen und Schüler aus beiden Klassen konnten sich für die Idee begeistern und gründeten die AG "Corvi-Krabbler". Immer donnerstags in der siebten Stunde wollten wir uns treffen um unsere Idee zu verwirklichen.

 

Die Suche nach einem geeigneten Standort

 

Wir mussten nun nach einem geeigneten Standort für unser Insektenhotel suchen. Da unsere Schule mit ca. 1200 Schülern recht groß ist, hatten wir auch mehrere Standorte zur Auswahl. Wir wollten jedoch darauf achten, dass die Insekten das Hotel auch in Ruhe nutzen könne und wollten es deshalb außerhalb der Pausenbereiche aufstellen. Als geeigneten Platz fanden wir den ehemaligen Oberstufenschulhof. Dieser Grünflächenbereich wir von Schülern in den Pausen nicht genutzt. Außerdem befindet sich dort ein kleiner Teich sowie viele Sträucher. Als Lebensraum für Insekten eignete sich dieser Bereich des Schulgeländes deshalb besonders gut.

 

Die Arbeit an der Theorie

 

In den nächsten vier Wochen folgte die Arbeit an der Theorie. Dabei arbeitet wir in fünf Gruppen und beschäftigten uns mit unterschiedlichen Themen. Die erste Gruppe setzte sich mit der Frage auseinander, warum Insekten Hotels brauchen. Gruppe zwei erarbeitet wie gefährlich Wildbienen und Co. sind. Die dritte Gruppe erstellte Baupläne zur praktischen Umsetzung des Insektenhotels. Gruppe vier erarbeitete Steckbriefe verschiedener Insekten, die das Hotel nutzen könnten und Gruppe fünf beschäftigte sich mit der Gestaltung des umliegenden Lebensraums, um den Insekten eine optimale Umgebung, Nahrung und Schutz zu bieten. Zur Motivation versüßte unsere Lehrerin uns die Stunden häufig mit Süßigkeiten und anderen Leckereien. Bei einer lockeren und freundlichen Arbeitsatmosphäre war die theoretische Arbeit schnell erledigt und wir konnten endlich an der praktischen Umsetzung arbeiten.

 

Der Bau des Hotels

 

Eigentlich hatten wir geplant das "Gerüst" des Insektenhotel in Zusammenarbeit mit der Berufsbildenden Schule bauen zu lassen. Aufgrund der viele Anfragen an die BBS konnten die angehenden Tischler unser Projekt leider nicht umsetzen. Da der Partner unserer Biolehrerin jedoch gelernter Tischler ist, konnte er uns behilflich sein. Frau Goldhahn und ihr Freund bauten uns das Hotel zu Hause in Eigenarbeit. Wir beschäftigten uns dann mit der Gestaltung der "Zimmer" und bohrten Löcher in das Holz und suchten zu Hause nach Steinen, Heu, Stroh und allem was wir gebrauchen konnten. Außerdem bauten wir noch vier Ohrwurmquartiere aus kleinen Tontöpfen und Holzwolle. Bei nächsten Termin waren dann alle eifrig bei der Sache, denn wir konnten endlich unser Hotel einrichten. Schnell waren die Böden gefüllt und wir Schüler mächtig stolz auf unser Projekt. Nun wollten wir noch den umliegenden Grünbereich attraktiv für die Insekten gestalten. Wir pflanzten Rhododendron, Veronika, Sommerflieder, Salbei und Lavendel und steckten Blumenzwiebeln verschiedener Frühblüher (Krokusse, Hyazinthen, Tulpen, Narzissen). Außerdem brachten wir eine Gründüngungsmischung mit Rotklee, Weißklee, Luzerne und Ackersenf aus. Wir wollen so sicherstellen, dass für unsere Insekten genügend Nahrung vorhanden ist, damit sie sich in unserem Hotel so richtig wohlfühlen können. Als ersten Gast haben wir einige Tage später bereits einen Weberknecht entdeckt, der zwar zu den Spinnentieren und nicht zu den Insekten gehört, aber trotzdem in unserem Hotel herzlich willkommen ist.

 

 

 

Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit

 

Die angestrebte Kooperation beim Bau des Hotels mit der örtlichen BBS konnte wie o.g. leider nicht zustande kommen.

Die Northeimer Zeitung (Northeimer Neueste Nachrichten) hatte jedoch sofort Interesse unser Projekt bekannt zu machen. So erschien am 13.11.2009 in der Tageszeitung ein großer Artikel über unser Projekt. Von zahlreichen Bekannten, Lehrern und anderen Schülern haben wir bereits großes Lob erhalten und konnten bereits einige neugierige Fragen zu unserem Projekt beantworten. Auch im Internet hat die HNA (Hessisch-Niedersächsische Allgemeine) einen Artikel über das Projekt veröffentlicht. Genutzt werden soll das Hotel hauptsächlich von Schülern unserer Schule, die im Rahmen des Biologieunterrichts hier praktische Forschungen zu Lebensweise, Ernährung und Entwicklung von Insekten betreiben sollen. In der Lehrerfachschaft Biologie haben sich bereits einige Lehrer genauer bei Frau Goldhahn und uns informiert, um ihren Schülern das Projekt vorstellen zu können. Beim nächsten Tag der offenen Tür wollen wir die Chance nutzen um das Projekt noch bekannter zu machen. Wir wollen es dann allen interessierten Schülern, Eltern, Großeltern, Lehrern und Bürgern der Stadt Northeim und Umgebung vorstellen und natürlich zum Nachmachen anregen. Wir hatten viel Freude bei der Arbeit an unserem Projekt und sind stolz, dass wir ein bisschen zum Artenschutz und zur Erhaltung der Insektenvielfalt beitragen konnten. Die meisten von uns sind sicher bei der nächsten Bio-AG wieder dabei. Im Frühjahr wollen wir die Gestaltung des Grünflächenschulhofs weiter übernehmen. Wir wollen einen Schmetterlingsgarten anlegen oder eine Kräuterspirale anpflanzen.