Berufsalltag auf Probe – das Betriebspraktikum
Erste Einblicke in die berufliche Arbeitswelt und Vorbereitung von Prozessen zur Berufswahlentscheidung - dies sind die Ziele, die mit der Durchführung eines Betriebspraktikums verfolgt werden. Seit 1983 wird das Betriebspraktikum am Corvinianum durchgeführt. Der Praktikumsleiter ist Herr Haendel, Ansprechpartner in der Schulleitung Herr Seiler.
Während andere Gymnasien das Betriebspraktikum meist im Jahrgang 11 durchführen, entschied sich die Fachkonferenz Sozialkunde am Corvinianum bewusst für den Jahrgang 9 - so können Schülerinnen und Schüler die Erfahrungen aus dem Betriebspraktikum noch in ihre Entscheidung mit einbeziehen, ob sie nach der 10. Klasse eine berufliche Ausbildung beginnen oder ihren schulischen Bildungsgang fortsetzen wollen. Das Betriebspraktikum dient aber ausdrücklich nicht der Berufsfindung selbst, sondern soll exemplarisch Einsichten in die Berufs- und Arbeitswelt vermitteln: Im Berufsleben täglich mindestens 8 Stunden arbeiten, sich innerbetrieblichen Regelungen anpassen und Anweisungen entgegennehmen zu müssen, ist für die meisten Schülerinnen und Schüler in diesem Alter eine neue und oft auch nicht einfache Erfahrung.
Da das Betriebspraktikum keine "Probelehre" darstellt, ist es auch nicht entscheidend, dass Schüler Praktikumsplätze wählen, die ihrem späteren Berufswunsch - soweit er schon vorhanden sein sollte - entsprechen.
Die Schülerinnen und Schüler suchen sich ihre Praktikumsplätze selbst. Diese Regelung wird von den Betrieben gewünscht, die eine persönliche Vorstellung begrüßen, zum anderen ergibt sich so im Rahmen des Berufswahlplanungsprozesses eine gute Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, weitgehend selbstständig und eigenverantwortlich tätig zu werden. Nur bei Bedarf steht der Praktikumsleiter unterstützend zur Seite.
Die Vorbereitung des Betriebspraktikums erfolgt im Politikunterricht. Während des Praktikums werden die Schüler von Mitarbeitern des Betriebes betreut und von der zuständigen Lehrkraft des Corvinianum einmal wöchentlich an ihrem Arbeitsplatz besucht. Bei dieser Kontaktaufnahme mit dem Betrieb werden alle Fragen besprochen, die für eine gute Durchführung des Betriebspraktikums von Bedeutung sind; sie dient aber gleichzeitig noch einer weiteren Zielsetzung. Das Betriebspraktikum gilt zu Recht als ein erfolgreiches Instrument für die notwendige Intensivierung der Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft. Durch die Betreuung der Praktikantinnen und Praktikanten erhält auch die Lehrkraft Einblick in die Betriebe, insbesondere in die sich wandelnden Anforderungen in den Ausbildungsberufen; sie wird dieses ständig zu aktualisierende Hintergrundwissen für die unterrichtliche Nachbereitung des Betriebspraktikums nutzen können.
Mit der täglichen Arbeit im Betrieb ist es aber bei einem Betriebspraktikum noch nicht getan: Die Schülerinnen und Schüler müssen einen Praktikumsbericht anfertigen, der aus fünf Tagesberichten und einem Abschlussbericht besteht. Diese Berichte werden häufig mit umfangreichen Materialien versehen und mit großem Einsatz erstellt. Sie werden bewertet und gehen in die Jahresnote im Fach Politik ein.
Die Bereitschaft unserer Partnerbetriebe, Jahr für Jahr Praktikumsplätze anzubieten und unsere Schülerinnen und Schüler bei ihrer betrieblichen Arbeit zu unterstützen und zu betreuen, verdient ein herzliches Dankeschön.
